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Lateinischer Name: Cancer |
Deutscher Name: Krebs |
Cnc |
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Krebs
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 30. Januar |
| Deklinationsbereich: |
| 6°N ... 33°N |
| Fläche am Himmel: |
| 506°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
4, 10 |
| Sky Atlas | : |
5, 6, 12 |
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Mythologie und Geschichte:
Herakles, der Sohn des Zeus und der Alkmene, wurde Zeit seines
Lebens von Hera gehasst, weil er ein uneheliches Kind ihres Gatten Zeus war. In einer ganz
gefährlichen Situation - als nämlich Herakles mit der
Wasserschlange kämpfte -
und Herakles schon zu siegen schien, da schickte sie aus den lernäischen Sümpfen
einen grossen, gefährlichen Krebs, der in schmerzhaft in die Ferse stach. Hera
glaubte, Herakles dadurch endlich vernichten zu können, doch dieser zertrat den Krebs und
schleuderte ihn von sich. Hera versetzte den Krebs an den Himmel, vor die nördliche
Wasserschlange, um ihm wenigstens auf diese Art noch Ehre zu erweisen.
[bk20, ay17]
In den Alfonsinischen Tafeln (in den Jahren 1248-52 durch ein Kollegium
von 50 Astronomen im Auftrag von König Alfons geschaffene
Planetentafeln [bk6] findet man die transkribierte Form
Carcinus der griechischen Bezeichnung. Der Krebs wird von Ovid auch
Octipes (achtfüssig) genannt, obwohl man auf der Sternkarte
bestensfalls nur vier Beine findet. Aber auch Litoreus wird er
genannt, offenbar war er ein Uferkrebs (litus = Meeresufer, Strand, Seeufer,
Flussufer). Cicero nennt ihn Nepa und sieht in ihm also einen
afrikanischen Skorpion. Die Bezeichnung Lernaeus will sagen, dass er
aus den lernänischen Sümpfen stammt.
Der deutsche Orientalist Jensen behauptet, dass dieses Sternbild mit der
Schildkröte identisch sei, welche in der babylonischen und ägyptischen Kultur schon
4000 v.Chr. konfiguriert wurde. In anderen ägyptischen Aufzeichnungen aus der Zeit
2000 v.Chr. wird hier ein Skarabaeus, ein Pillendreher gesehen. Weitere Bezeichnungen
waren Wasserkäfer, Languste, Hummer und Cancer minor. Nach
dem Christianisierungsvorschlag von Julius Schiller sollte es zum Heiligen Johannes,
dem Evangelisten werden. [bk20]
Sternbild:
Das Sternbild befindet sich zwischen Leo und
Gemini auf der Ekliptik und ist eher unauffällig,
denn kein Stern ist heller als die 4. Grössenklasse. Man erkennt es aber leicht am
etwas nebelhaft erscheinenden Fleck am Himmel, der durch den offenen Sternhaufen
Praesepe hervorgerufen wird. Das Sternbild erstreckt sich
über eine Fläche von 506 Quadratgrad und kulminiert jeweils etwa am 30. Januar
um Mitternacht. [bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Cancri, Acubens (Schere, Zange)
- beta Cnc
- gamma Cnc, Asellus Borealis (nördliches Eselchen)
- delta Cnc, Asellus Australis (südliches Eselchen)
- zeta Cnc
- iota Cnc
- Offene Sternhaufen:
- M 44, NGC 2632: Beehive, Praesepe
- M 67, NGC 2682
- Galaxien:
- NGC 2545
- NGC 2608
- NGC 2623
- NGC 2672
- NGC 2749
- NGC 2764
- NGC 2775
| Literatur |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [ay17] | | Eye On The Sky: Cancer by Deborah Byrd; Astronomy 2/93, p.52 |
| [bk6] | | Das neue Lexikon; Band 1-10; Weltbild Verlag; © Bibliographisches Institut, Mannheim 1984 |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |