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Lateinischer Name:
Canis Maior
Deutscher Name:
Grosser Hund
CMa

Grosser Hund

Karte
Benachbarte Sternbilder:
Col Lep Mon Pup
Kulmination um Mitternacht:
1. Januar
Deklinationsbereich:
33°S ... 11°S
Fläche am Himmel:
380°2
Atlas (2000.0) Karte
Cambridge Star Atlas: 9, 15
Sky Atlas: 11, 12, 19
Uebersichtskarte von Alfred Binggeli

Mythologie und Geschichte:

Canis Maior ist ein altes Sternbild, das einen der Hunde darstellt, die dem Himmelsjäger Orion auf den Fersen folgen. Der andere Hund ist Canis Minor. [bk7, bk10, bk20, bk21, bk25]

Eine andere, etwas fragwürdige Interpretation ist die vom Höllenhund Kerberos: Echidne und Typhon waren die Eltern des Kerberos. Echidnes Körper war zur Hälfte eine schöne Frau, die andere Hälfte war eine fleckige, widerliche Schlange; sie lebte in einer tiefen Höhle und ass nur süsses Menschenfleisch. Typhon war überhaupt das ärgste Ungeheuer, das man sich vorstellen kann; seine Beine waren sich windende Schlangen, seine Arme trugen Schlangenköpfe anstelle der Hände, ein grässliches Eselshaupt war sein Kopf und rauchende Lava brach aus seinem Mund, wenn er ihn öffnete. Echidne und Typhon zeugten mehrere Kinder, unter anderem den Kerberos, der einige körperliche Sonderheiten seiner Eltern erbte. Zumeist beschreibt man ihn als dreiköpfig und mehrere Stiche stellen ihn lebensnah dar. Aus seinem Rücken wuchsen Schlangenköpfe und sein stacheliger Schwanz, den er peitschend bewegen konnte, war eine gefährliche Waffe. Dieser Kerberos lebte in der Unterwelt und seine Aufgabe war es, jeden zu verschlingen, der aus der Unterwelt zu entkommen suchte, und keinen lebendigen Sterblichen je die Unterwelt betreten zu lassen. Herakles aber gelang es - es war dies seine zwölfte Aufgabe, die ihm Eurysteus übertrug - den Kerberos mit diamantharten Ketten zu fesseln und aus der Unterwelt zu zerren. Wild bellte die Bestie, sobald sie ans Tageslicht gebracht wurde, und aus allen Mäulern spritzte ekelhafter Geifer auf Wiesen und Felder und eine giftige Pflanze - der blaue Eisenhut war es - wuchs aus jedem Tropfen des verseuchten Speichels. Die Welt war froh, als Herkules diese Bestie wieder zum Hades zurückbrachte. [bk20]

Das Sternbild wurde Canis, Canis Syrius (nach seinem Hauptstern Sirius) und Canis Australior (wegen seiner Lage südlich des Himmelsäquators) genannt, aber auch Kerberos und Ianitor Lethaeus (Türhüter der Unterwelt). Auch diesem Sternbild wurde versucht, ihm eine biblische Deutung zu geben, die sich aber nie durchgesetzt hat. Der Jagdhund des Orion oder der blutrünstige Kerberos wurde zum zahmen Hund des Tobias oder auch komplett zum Heiligen David umgedeutet. [bk20]

Sternbild:

Canis Maior ist ein typisches Wintersternbild und befindet sich südöstlich von Orion. Das Sternbild ist sehr auffällig, enthält es doch den hellsten Fixstern am Firmament, Sirius. Verlängert man den Gürtel des Orion nach Südosten, so stösst man direkt auf ihn.

Der Stern Sirius bildet zusammen mit Procyon, Castor und Pollux, Capella, Aldebaran und Rigel das Wintersechseck. Die Fläche von Canis Maior beträgt 380 Quadratgrad und es kulminiert um Mitternacht jeweils etwa am 1. Januar. [bk9, bk15]

Interessante Objekte:

Hellste Sterne:
alpha Canis Maioris, Sirius (Der Funkelnde), Hundsstern, Nilstern
beta CMa, Mirzam (Der Vorausgehende)
gamma CMa, Muliphein
delta CMa, Wezen (Das Gewicht)
epsilon CMa, Adhara (Die Jungfrauen)
zeta CMa, Furud
eta CMa, Aludra

Offene Sternhaufen:
NGC 2204
NGC 2243
  • M 41, NGC 2287
    NGC 2354
    NGC 2360
    NGC 2362
    NGC 2374
    NGC 2383

    Planetarische Nebel:
    IC 2165

    Helle diffuse Nebel:
    NGC 2327
  • NGC 2359

    Galaxien:
    NGC 2207
    NGC 2217
    NGC 2223
    NGC 2280
    NGC 2283
    NGC 2325



  • Literatur
    [bk7] Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9
    [bk10] dtv-Atlas zur Astronomie von Joachim Herrmann; Deutscher Taschenbuch Verlag; ISBN 3-423-03006-2
    [bk20] Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York)
    [bk21] Taschenatlas der Sternbilder von Josef Klepesta und Antonin Rükl; Verlag Werner Dausien; ISBN 3-7684-2384-0
    [bk25] Das Taschenbuch vom Sternenhimmel von Peter von Eynern; Wilhelm Heyne Verlag, München, 1972
    [bk9] Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern
    [bk15] Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3


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    20.12.2006 23:36 Uhr, Bernd Nies

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